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Presseberichte 1995

Beifallsstürme für „Flotte Töne“
Kinder- und Jugendchor sang erstmals außerhalb der Kirchenmauern
(Donaukurier 8./9. April 1995)

Eine Premiere besonderer Art gab es kürzlich im Pfarrsaal: Erstmals trat der Kinder- und Jugendchor „Die flotten Töne“ außerhalb der Kirche auf. Das zahlreich erschienene Publikum dankte nach der gut einstündigen Darbietung mit langanhaltendem Applaus. Es sind in Wirklichkeit zwei Chöre, aber unter einer Leitung. Und sie singen auch teilweise gemeinsam unter der Stabführung von Annelie Trögel. Das Programm begann mit den Frühlingsmelodien „Alle Vöglein sind schon da“, gespielt von zwei Trompeten, und einer Frühlingsmusik der Flötengruppe. Der Kinderchor sang „Morgenstund“, die Flötengruppe gab eine „Sommermusik“ zum besten. Viel Heiterkeit und Gelächter gab es bei der lustigen Schulstunde mit Jutta Trögel als Lehrerin. „Wenn Jenny und Johnny verreisen“ sang der Kinderchor, und die Trompeten spielten eine Variation über „Ännchen von Tharau“. Tanja Beer spielte auf der Orgel die „Ballade pour Adeline“ und „The Sound of Silence“. Der Jugendchor sang Ohrwürmer wie „Yesterday“ und das klangvolle „Morning has broken“. Dazwischen gab es einen lustigen Sketch der zwei „Putzfrauen“ Eva und Anja und eine Rundfunksendung mit Wellensalat, bei der sich der Land-, Familien-, Sport- und Hausfrauenfunk vermischten. Den anhaltenden Schlußapplaus dankten die rund 30 Chormitglieder mit einer gemeinsamen Liedzugabe. Pfarrer BGR Johann Hundsdorfer dankte allen Mitwirkenden und besonders der Leiterin Annelie Trögel für die gebotenen Leistungen und vor allem für die vielen Proben vorher. Beide Chöre hätten sich ja schon bei der Gottesdienstgestaltung durch die Darbietung des „Neuen geistlichen Liedgutes“ bestens bewährt. Sie seien eine Bereicherung für die Gemeinde.

Der Kinder- und Jugendchor „Flotte Töne“ ist eine Bereicherung für die Gemeinde.

Von Konrad Kuffer

Donaukurier 2. Mai 1995

Zu einem „Workshop“ für alle Aktiven aus den Jugendgruppen, Pfarreien und Verbänden, auf dem Gebiet des „Neuen Geistlichen Liedes“ (NGL), tragen sich 31 Personen in den verschiedensten Altersgruppen aus den Pfarreien des Dekanats Pförring und darüber hinaus in Oberdolling. Einen ganzen Sonntag opferten die Teilnehmer, um mit dem Leiter des Kurses, Herrn Jürgen Zach von der Bewegung „Musica e Vita“ neues Liedgut zur Bereicherung der Gottesdienstgestaltung einzuüben. In vier Arbeitsgruppen wurde mit den verschiedensten Instrumenten, die teilweise mitgebracht wurden, musiziert und gesunden. Initiatorin dieses Kurses war die Oberdollingerin Annelie Trögel, die seit einigen Jahren in der Pfarrei mit dem Kinder- und einem Jugendchor dieses neue geistliche Liedgut mit Erfolg pflegt.

Von Konrad Kuffer

Jedes zehnte Kind massiv misshandelt
„Schläge dürfen kein Erziehungsmittel sein“ / Aktionstage im Kreis Eichstätt (Donaukurier 9. November 1995)

Mit Veranstaltungen im ganzen Landkreis will Kreisjugendpflegerin Claudia Dagit auf di Problematik „Gewalt gegen Kinder und Jugendliche“ hinweisen. Bis zum Freitag, 24. November, sollen damit möglichst viele Bürger für das Thema Gewalt gegen Kinder sensibilisiert werden. Und wenn man von der Eröffnungsveranstaltung ausgeht, dann werden die Aktionstage ein voller Erfolg: Viele Behördenchefs, Mitglieder des Jugendhilfeausschusses und zahlreiche Pädagogen waren zum Auftakt gekommen. Sie sollen, so wünscht es sich die Veranstalterin, nicht nur selbst Hinweisen auf Gewalt gegen Kinder aufmerksamer nachgehen, sondern auch als Multiplikatoren der Aktion wirken. Landrat Konrad Regler betonte zum Auftakt im Alten Stadttheater, wie wichtig es sei, sich dieses immer noch bagatellisierte Problem ins Bewusstsein zu rufen. Oberbürgermeister Arnulf Neumeyer kritisierte es besonders, wenn körperliche Gewalt als Erziehungsmittel eingesetzt werde. Als Lehrer habe er von Eltern oft zu hören bekommen: „Hau´n Sie doch hin, wenn das Kind nicht spurt.“ Wenn Kinder von ihren Eltern aber Gewalt statt Überzeugung lernten, dann würden sie oft auch selbst aggressiv; zunehmend brutalere Schlägereien auf dem Schulhof belegten dies „Wir müssen diesen Teufelskreis durchbrechen und versuchen, den Eltern hier Hilfen zu geben.“ Dazu könnten die Aktionstage beitragen hoffte Arnulf Neumeyer. Für das Eröffnungsreferat hat Ministerialrätin Eva Jacob erschreckende Zahlen mitgebracht. Demnach sind zehn Prozent aller Kinder in Bayern im Laufe ihrer Kindheit massiven Mißhandlungen von Eltern oder Verwandten ausgesetzt. 70 Prozent erleben Schläge und andere Formen körperlicher Gewalt. Schlimmer sei aber subtile psychische Gewalt, „Hier werden oft erhebliche Wunden geschlagen“, so Jacob. Zur sexuellen Gewalt legte die Ministerialrätin eine repräsentative Umfrage vor. Von 15 000 Frauen zwischen 16 und 65 Jahren gaben vier Prozent an, im Laufe ihres Lebens mindestens einmal vergewaltigt worden zu sein. Jacob schätzte, dass jährlich in Deutschland 80 000 bis 300 000 Kinder Opfer von sexuellem Mißbrauch würden. Sichere Zahlen gebe es nicht. Für den Landkreis ergänzte Jugendamtsleiter Hermann Spitzauer am Rande der Veranstaltung, er habe zwar keine Erhebung parat. Allerdings kämen auch im Kreis alle Formen von Gewalt vor, wenn auch nicht in so großer Zahl wie in Ballungsräumen. Von einer heilen Welt könne im Landkreis als leider keine Rede sein. Die Gäste waren sich darin einig, daß zur Vorbeugung noch mehr getan werden müsse. Die Ministerialrättin erzählte von einem bisher erfolgreichen Modellprojekt einer Staatsanwaltschaft, die zum Beispiel bei gewalttätigen Vätern dann die Strafverfolgung fallen läßt, wenn die Männer sich einem Betreuungsprogramm unterziehen und so Chancen auf Einsicht und Besserung bestünden. Bei den Tätern helfe oft nur Druck, um sie zur Einsicht zu bringen. Jacob: „Mit bloßem Zureden ist es nicht getan“. Gleichzeitig müsse auch für eine zügige Entlastung der Opfer gesorgt werden. Außerdem müssten die zuständigen Fachstellen, also etwa Pädagogen, Ärzte, Sozialarbeiter und Polizisten intensiver zusammenarbeiten, um etwaige Fälle von Gewalttaten bei Kindern und Jugendlichen schneller zu erkennen. Selbst offensichtliche Verletzungen von Kindern im Gesicht oder im Genitalbereich würden von Ärzten noch zu häufig übersehen. Der Freistaat könne zwar vor Ort wenig unternehmen, unterstütze aber Erziehungsberatungsstellen, Frauenhäuser und Notrufgruppen zumindest finanziell, sagte Eva Jacob. Das Sozialministerium sei immer auf Anregungen der Basis angewiesen, betonte die Ministerialrätin.

Oberbürgermeister Arnulf Neumeyer, Ministerialrätin Eva Jacob, Organisatorin  Claudia Dagit, Landrat Konrad Regler und die Leiterin des Jugendchors „Flotte Töne“ aus Oberdolling, Annelie Trögl (von links). Der Chor hatte die Eröffnungsveranstaltung der Aktionstage mit engagierten Liedern begleitet.

Von chl

 
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